Alle suchen das Paradies

Ich behaupte: Wir sind alle auf der Suche nach dem Paradies!

Ok, wir wurden laut der Theorie also aus dem Paradies geschmissen!? Schönen Dank an dieser Stelle!

Und nun haben wir den Salat? Der Kampf um das Glück begann mit jenem Verderben, als das Paradies der Vergangenheit angehörte?

Daraus darf ich schlussfolgern: Wir haben Pech gehabt und müssen uns durchs Leben schlagen bis es eines Tages zu ende geht. Schön gekämpft und dann ab in die Kiste.

Ähm, sorry not sorry, das könnt ihr ohne mich machen!

Herausforderungen kommen eh, logisch! Aber bedeutet der Rausschmiss gleichzeitig, den langen (oder auch kurzen, im Vergleich zu anderen Lebewesen) Weg nur zu ackern, um endlich einen Hauch von Paradies erahnen zu können?

Bedeutet das Leben tatsächlich, dass Katastrophen und Leid, Krieg und Hunger, Missbrauch und Gewalt dazugehören müssen?

Dann bin ich raus! Dann will ich mit dieser Form der Lebenseinstellung nichts zutun haben!

Und gleichzeitig lebe ich auf diesem verrückten Planeten, atme die stinkige Stadtluft, schnappe Fetzen des Elends im Radio auf, höre und sehe bedrückte, todtraurige und zutiefst verzweifelte Menschen in meiner Umgebung.

Und ganz authentisch gesprochen: Manchmal bin ich einer von ihnen. Manchmal kriege ich einfach nicht in meinen Kopf, warum wir Menschen uns das Leben selbst zur Hölle machen und andere, egozentrisch wie wir sein können, direkt mit in den Abgrund ziehen.

Manchmal könnte ich im Strahl kotzen und im nächsten Moment möchte ich all die Wesen äußerlich und innerlich befreien, denen es so unfassbar schlecht geht, dass sie nur noch den Tod als Ausweg sehen.

Wie schaut der Alltag der meisten Mitteleuropäer aus?

Der Wecker klingelt pünktlich wie jeden Tag, der Kaffee freut sich bereits auf den Sprung in die Tasse, während sich die Augen zwanghaft versuchen an das Tageslicht zu gewöhnen.

Kurz darauf springt der Autopilot an. Anziehen, Türe verschließen nicht vergessen, auf geht es zur Arbeit.

Und während der Kopf in Dauerschleife die Tage bis zum nächsten Urlaub zählt, merkt man kaum, wie die Tage an einem vorbeistreichen.

Und manchmal glaubt man abends, der Alltag sei so sinnlos wie die Frucht-Quetschies von Onkel Hipp.

Ausgedrückt, runtergeschluckt, verdaut und das nächste bitte…

Die einen rühmen sich vor Stolz mit ihren Titeln wie Professor, Doktor Doktor weißichwas. Und hey, Hut ab an alle, die in diesem System ihre Erfüllung finden. Ich möchte eure Arbeit keinesfalls verkennen.

Passt nur einfach ein bisschen darauf auf, dass der Titel nicht mehr Macht über euren Charakter bekommt als euer Herz!

Und dann gibt es diejenigen, die sich abrackern um genügend Futter für die Familie kaufen zu können, die emsigen Bienen, die sich durch Überstunden definieren und meinen, dann besonders viel Anerkennung verdient zu haben.

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre das Ganze hier ein Wettkampf:

Wer sich am schnellsten ins Burnout katapultiert hat gewonnen. Hauptsache man fühlt sich wertvoll!

Und ehrlich, ich kann mich nicht rausnehmen. Auch ich kriege regelmäßig die Krise wenn ich angeblich zu viel Freizeit habe, obwohl ich mir bewusst ein Leben aufgebaut habe, welches Freizeit und Genuss erlaubt.

Und doch verharre ich hier und da in den Mustern meiner Ahnen, in den Konditionierungen meiner Geschichte und dem starren Glauben, nur dann etwas wert zu sein, wenn ich mich sau viel Arbeit „prahlen“ kann.

Himmel, wo sind wir gelandet als Menschheit?

Klar, das ist eine rhetorische Frage! Ich bin mir der Ursachen durchaus bewusst.

Wo sind all die Rituale, die uns als Gemeinschaft zusammenbringen, in der wir uns wertfrei begegnen können?

Wo ist der, von Herzen empfundene, Respekt vor jedem einzelnen Mitmenschen?

Warum haben es so viele Menschen schwer, Nähe, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Liebe zuzulassen?

Auch wieder rhetorisch, ist klar!

Und doch: ich will die Hoffnung niemals aufgeben, wenngleich ich regelmäßig absolut desillusioniert darüber bin, was dieses Leben hier sein soll.

Und wer sagt überhaupt, wie es zu sein hat?

Wäre es nicht so viel heilsamer, jeder einzelne Mensch schaue mal eine Runde in sein Herz und frage sich, wohin es navigieren möchte?

Ich bin der festen Überzeugung, dass Mord, Totschlag, Hass und Missgunst der Vergangenheit angehören würde, wenn wir wahrhaftig leben würden.

Damit meine ich nicht, dass Gefühle wie Neid, Eifersucht und Angst keinen Platz mehr hätten. Damit meine ich, dass jedes Gefühl von Grund auf eine Berechtigung haben würde, die, ohne sie jemals in Frage zu stellen, dafür sorgt, dass wir uns ernst nehmen, hindurch fühlen, sie zulassen, sie rausschreien und so lange Tränen gewähren, bis keine einzige mehr übrig ist.

Doch was tun wir?

Wir erzählen bereits den Kindern, dass ihr Aua nicht weh tut und gar nicht schlimm ist, dass ihre Wut keine Berechtigung hat und sie sich gefälligst nicht so anstellen sollen!

Und was folgt daraus?

Menschen, die glauben, ihre Emotionen seien falsch, sie selbst seien falsch, fühlen falsch und sollten sich zusammenreißen, statt sich dem Moment hinzugeben.

Würden wir alle als Heulsusen enden, wenn Gefühle und Emotionen eine Berechtigung erhielten?

Kleine und große Tyrannen liefen in der Gegend umher wie blutsüchtige Vampire, immer auf der Suche, Menschen mit ihren Stimmungen zu bedrohen.

Ja, genau…tsss…so ein Bullshit!

Nennt mich einen Idealist, aber ich bin davon überzeugt, nur wer sein Herz überhaupt noch fühlen kann und es schafft, immer wieder zur Stimme dieses Wunders zurückzukehren, kann zufrieden sein und wird niemals die Absicht haben, anderen Menschen zu schaden!

Sam Cooke sang es bereits in seinem Lied What a wonderful world absolut treffend:

Ich weiß nicht viel über Geschichte
Ich weiß nicht viel über Biologie
Ich weiß nicht viel über ein wissenschaftliches Buch
Ich weiß nicht viel über Französisch, das ich belegt habe
Aber ich weiß, dass ich dich liebe
Und ich weiß, wenn du mich auch liebst
Was für eine wunderbare Welt das wäre

(In meiner Wahrheit ist diese Liebe etwas Universelles)

Don’t know much about historyDon’t know much biologyDon’t know much about a science bookDon’t know much about the French I took
But I do know that I love youAnd I know that if you love me tooWhat a wonderful world this would be
So, das klingt ja alles super fein, was ich mir das zusammengeschrieben habe und gleichzeitig ist es auch für mich oft herausfordernd. Besonders mit meinem traumatischen Hintergrund, halte ich Menschen vorerst lieber auf Abstand.
Doch bedeutet traumatisiert, geschunden, in der Vergangenheit verletzt, als Kind vernachlässigt usw., dass wir aufhören sollten zu glauben?
Bitte nicht!

Bitte gib dem Ganzen immer wieder eine Chance, damit du die Erfahrung machen kannst, dass deine grundlegende Liebe auf die eines anderen stoßen kann!

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