Bei Mama und Papa ist alles gut

In diesem Moment liegt meine kleine Tochter auf meinem Schoß und hält ihr Mittagsschläfchen.

Es gibt kaum etwas bezaubernderes als ein schlafendes Kind, finde ich. Ich liebe es, meine Kinder verliebt anzuschauen, wenn sie schlafen. Es beschert mir ein warmes Herz und Frieden. Ebenso liebe ich es, wenn sie in meinen Armen einschlafen oder auf meinem Schoß. Johanna nickt ausschließlich an der Brust beim Stillen ein oder in der Trage. Manchmal denke ich, was all die Mamas und Papas verpassen, die ihre Kinder nicht tragen wollen. Es gibt für mich kaum etwas intensiveres und schöneres als mein Baby/ Kind ganz nah bei mir zu haben, als zu spüren, dass es sich zutiefst entspannt und wohlfühlt, ganz geborgen an meinem Herzen. Auch Peter trägt unsere Kinder von Beginn an im Tragetuch umher und empfindet es als äußerst schön.

Achtsamkeit, Geborgenheit und Aufmerksamkeit als Zeichen der Liebe zu unseren Kindern
Wenn Mama ihre Kinder trägt, möchte Jarek auch

Wenn ich versuche, mich in einen kleinen Menschen hineinzuversetzen und dieses Gefühl nachzuempfinden, in der Trage zu sein und zu wissen, bei Mama oder Papa ist alles gut, ist das einfach paradiesisch. Hier bin ich sicher und geborgen. Mir kann nichts passieren und ich werde nirgendwo alleine gelassen oder einfach abgelegt. Für einige unserer Familienmitglieder ist die Vorstellung befremdlich, dass wir unsere Babys nie haben alleine im Zimmer haben schlafen lassen. Dass unsere Kinder auch heute noch mit uns zusammen im Bett schlafen und sie dort so lange bleiben dürfen, wie wir uns alle damit wohlfühlen, macht uns nahezu zu Super-Ökos.

Schaut man sich einmal die Entwicklung von einem Baby an, so bedarf es wohl keiner großen Vorstellungskraft, dass ein Baby, nachdem es geboren wurde, einen regelrechten Schock erlebt. Auf einmal ist es kalt, die Schwerkraft drückt es quasi auf den Grund und es muss ganz alleine atmen. Auch fehlen ab sofort alle gewohnten Geräusche wie zum Beispiel der Herzschlag der Mutter und die Organgeräusche. Alle Stimmen sind laut und nichts kommt mehr abgedämpft zu den kleinen Ohren, das Licht scheint im besten Falle gedimmt, aber auch dann ist es ungewohnt hell für die kleinen Äuglein. Ein Baby muss demnach nach seiner Geburt einiges verarbeiten und sich an Vieles gewöhnen. Da es jedoch nur über eine sehr begrenzte Reizaufnahme verfügt, sollten wir ihm als Eltern so viel Ruhe schenken wie nur möglich. Nicht umsonst schlafen Neugeborene fast den ganzen Tag lang und sind sehr schnell wieder müde, nachdem sie neugierig geschaut haben oder gewickelt wurden.

Wird ein Baby ab der Geburt in ein Tragetuch (oder eine andere gute Tragehilfe s.u.) gebunden, so fällt ihm das Ankommen sicherlich leichter als Kindern, die in einem Kinderwagen gefahren werden. Die wohlige Enge, die körperliche Wärme und das natürliche Wippen bei den Bewegungen der tragenden Person, das Klopfen des Herzens, wenn es sich zum Schlafen oder Ruhen anlehnt, erinnert an den Mutterleib und vermittelt die Sicherheit, die es aus dem Bauch kennt. Unsere Babies wurden ständig getragen, wenn sie nicht gerade mit uns zusammen geschlafen haben. Ich fühlte mich wunderbar wohl damit und trage meine kleine Tochter auch heute noch in der manduca hin und her. Interessant wird solch eine Situation dann, wenn Menschen nicht verstehen worum es beim Tragen geht und mich fragen, warum ich das Kind so an mich ketten würde. Warum ich meine Babies nicht im Kreis herum gab und mich nicht mal freuen würde, wenn es mir mal jemand abnehmen würde, damit ich auch mal durchatmen könne. Ganz abgesehen davon, dass Peter selbstverständlich ebenfalls die Pflege und Betreuung unserer Babys übernahm, sehe ich keinen Grund darin, das Baby von mir zu trennen. Im Gegenteil! Denn es braucht in den ersten Monaten gewiss nur die gewohnten Gerüche und Stimmen der Eltern und Geschwister und bindet sich in seinem Wachstum natürlicherweise an weitere Personen, wenn es dazu bereit ist.

Mir wurde das so deutlich, als wir auf Sizilien einen Spaziergang machten

und im Gras plötzlich Gefiepe hörten. Als wir nachschauten, sahen wir in einiger Entfernung eine Hundemama mit zehn kleinen Welpen liegen. Um sie nicht zu stören blieben wir stehen und schauten aus der Ferne. Die Mama bemerkte uns sofort und wir spürten, dass sie in Obacht war. Mit einem Satz lief eines unserer Kinder in das Gras, um besser sehen zu können. Die Hündin sprang sofort auf, begann zu bellen und zu knurren und verteidigte ihre Kinder. Dem nicht genug, standen aus dem Nichts heraus drei Rüden, die Welpen umzingelnd, daneben und kläfften uns ebenso an. Jeder, der jetzt näher gekommen wäre, wäre lebensmüde gewesen.

Dieses Verhalten sieht man bei allen wilden Säugetieren (Es handelte sich um Straßenhunde). Sie Achtsamkeit, Geborgenheit und Aufmerksamkeit als Zeichen der Liebe zu unseren Kindernpassen auf ihren Nachwuchs auf und lassen niemand fremdes heran, solange die Kinder nicht selbstständig ihre Umgebung erkunden gehen. Ich möchte an diesem Beispiel einmal zeigen, dass Neugeborene zu ihren Eltern gehören, nah, geliebt, in einer ungestörten Umgebung und bestenfalls gestillt und getragen. Sollten weniger empathische Menschen zu Gast sein und über das Kind herfallen, dann sollten wir Mütter den Mut aufbringen, zu bellen und zu knurren, denn dieses Verhalten ist unangebracht und egoistisch. Die Angst einiger Großeltern, keine Bindung zu den Enkeln zu bekommen, kann ich aus eigener Erfahrung abwenden. Unsere Kinder haben eine wunderbare Beziehung zu ihren Großeltern, obwohl sie in den ersten Monaten äußerst selten auf den Arm gegeben wurden.

Auch haben wir die Jungs (Johanna noch gar nicht) erst dann abgegeben, als wir spürten, dass sie dazu bereit waren. Anfangs immer in ihrer Nähe, waren wir jederzeit abrufbereit und wären sofort wieder da gewesen. Es handelte sich dabei um vertraute Personen und um ca. zwei Stunden pro Woche. Diese Betreuung ist nicht vergleichbar mit einer Tagesmutter oder Ähnlichem. Oft wurde ich durch die Blume oder auch ganz offen, als Glucke bezeichnet und lustigerweise trafen wir auf einem Stellplatz ein Ehepaar, welches sich über die eigene Tochter aufregte und diese ebenso gluckig empfand. Ich habe dazu nichts gesagt, nur innerlich geschmunzelt und genau verstanden, wie es der Tochter geht.

Es ist eigentlich ganz simpel. Wartet man, bis das Kind von sich aus bei anderen Menschen bleiben möchte, bis es aus sich heraus Kontakt mit Oma und Opa aufnimmt oder bereit ist, zum ersten Mal alleine bei ihnen zu übernachten, wahrt man die Selbstbestimmtheit des Kindes. Dann hat es das Ja, frei auszuwählen und in seinem Rhythmus die Welt zu erkunden. Nichts anderes machen wir mit unseren Kindern im Wohnmobil oder sonstwo. Darauf basiert auch unser Bildungsmodell. Versetzen wir uns ein paar Mal mehr in die Lage unseres Kindes, werden wir feinfühlig für Entscheidungen, die es selbst treffen kann und nehmen ihm all diese ab, zu denen es noch zu jung ist. Sind wir manchmal einfach zu egoistisch und zu schnell? Haben wir immer wieder unbewusste Erwartungen an unser Kind? Und schaffen wir es oftmals nicht, eigene Muster dauerhaft zu durchbrechen? Wir sollten uns vornehmen, wachsamer zu sein, täglich und in jedem Kontakt. Für unser Kind und für ein gesundes Gedeihen. Und in jedem Falle auch für uns selbst, denn niemand hört auf zu lernen, ganz egal, wie alt er ist!

Empfehlungen für eine gute Tragehilfe: Bitte achte darauf, dass du dein Baby/Kind vorne ausschließlich Bauch an Bauch trägst. Babies, die mit dem Gesicht in Laufrichtung blicken, sind übermäßig vielen Reizen ausgesetzt und das Tragen schädigt den Rücken. Dabei entsteht Druck auf dem Schambein und die Wirbelsäule wird gebogen. Ganz wichtig!!! Schaue immer, dass das Kind in der Anhock-Spreiz-Haltung sitzt, damit sich die Hüfte gut entwickeln kann. Ganz egal, ob im Tragetuch oder in einer festen Trage.

Schmeiße Tragen , die diese Kriterien nicht erfüllen gleich in den Mülleimer.

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