Ein Abschiedsbrief an meinen geliebten Hund

Die erste Nacht ohne meinen geliebten Hund liegt hinter uns, Millionen Tränen rannen bereits unsere Wangen hinunter und letztlich bleibt ein stechender Schmerz in meinem Herz zurück.

Während ich diese Zeilen voller Trauer um meinen Hovawart schreibe, füllen sich meine Augen bereits wieder und ich schaffe es kaum, meine Gedanken zu ihm fließen zu lassen, weil mich die Trennung stärker mitnimmt als ich es jemals erwartet hätte!

Jolo, mein blonder, starker, kraftvoller, ballsüchtiger, eigensinniger Rüde, der du immer zum Wachen bereit warst. Jederzeit hättest du meine Familie und mich vor dem Bösen beschützt, deine letzte Kraft für uns eingesetzt und uns treu gedient.

Niemals wärst du gestern freiwillig bei deinem neuen Besitzer geblieben. Ja, auch heute noch schreibt Marc mir, dass du immer wieder zu dem Platz läufst an dem sich unsere Wege für immer trennten- unserem großen Auto, in dem du zig tausende Kilometer mit uns durch italienische Dörfer, spanische Gassen und portugiesische Sandstrände gefahren bist.

Wir haben zusammen Klippen erklommen, von ganz oben den Atlantik betrachtet und lila Sonnenuntergänge genossen.

Du warst ein wahrer Hovawart. Deine Nerven waren sehr strapazierfähig, deine „Rudelkinder“ hast du über jeden und alles gestellt und ständig trieb es dich um, ob mit uns alles in Ordnung ist.

Wie oft habe ich heute zu Peter gesagt: „Der Hund muss noch raus!“ um dann zu merken, dass du gar nicht mehr hier bist.

Wie viele Gedanken kreisten seit der letzten 49 Stunden um dich und uns? Ich kann sie nicht mehr zählen.

Ich liebe dich so sehr und der Abschied ist eine der heftigsten Erfahrungen, die ich als Mensch machen muss.

Wieder und wieder schaue ich mir Videos mit dir an, grinse über deine Tollpatschigkeit, dein leidenschaftliches Planschen in Matschpfützen und deine Zweifarbigkeit wenn du damit fertig warst.

Ja, auch heute noch kennt dich niemand so wie ich! Wir beide- Ein Herz& Seele!

Doch du musstest weiterziehen, hast es bei uns nicht mehr ausgehalten, zu viele Kompromisse tragen müssen.

Der ständige Ortswechsel war das Schlimmste, was wir dir antun konnten. Du bist ein Hovawart- du brauchst dein Reich!

Und glaube mir: Heute ist einer dieser Tage an denen ich mein ganzes Lebenskonzept in Frage stelle. Weil du dabei auf der Strecke geblieben bist!

Heute würde ich gerne die letzten vier Monate rückgängig machen und dich noch einmal zu uns holen.

Die Trennung zwischen uns ist so schwer auszuhalten, dass meine Tastatur bald einem See gleicht, wenn ich nicht aufhöre dir zu schreiben!

Unser Weg war sanft und steinig zugleich. Ich habe alles gegeben um dir eine gute Chefin zu sein, doch ich habe Fehler gemacht, dich nicht gut genug vor anderen Kindern geschützt und letztlich den Moment verpasst an dem du einfach nicht mehr konntest.

Du hast begonnen fremde Kinder anzuknurren und mir deutlich gezeigt welch elende Verzweiflung in dir wohnt. Doch es war zu spät. All die Stunden in der Hundeschule, die Beratungsgespräche mit dem Zuchtverein, die endlosen Trainingseinheiten zwischen uns haben dich nicht heilen können.

Mein Herz weiß, dass es der richtige Weg für dich ist, jetzt bei Marc zu wohnen.

Du wirst dort endlich die Ruhe erfahren die du ganz dringend brauchst. Und hey, vielleicht schaffst du es ja, dich mit der riesigen Dogge anzufreunden, die sich offenbar mega über dich freut. Die hat nämlich auch einen Schmerz in sich weil sie ihre Kumpeline vor einer Woche verloren hat.

Was meinst du Jolo? Gib dem großen Schlabberkerl ne Chance, okay?

Gemeinsam ist immer schöner als alleine- glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche!

Ich wünsche dir das beste Leben was du dir erträumen kannst. Ich wünsche dir ein liebevolles Zuhause, einen Hof mit riesengroßen Feldern und Wiesen zum Toben und ein Territorium, welches du dein eigen nennen kannst.

Jolo, wenn ich dir etwas wünsche dann: Dass du der glücklichste Hovawart wirst, den das Universum je gesehen hat!

Dass du spüren und annehmen wirst, dass Marc dir ein guter Chef sein kann. Und ich glaube fest daran weil, Marc strahlt das aus.

Also, mein dicker Sturkopf, ich sage es dir ganz eigennützig: Lass Marc mir Videos und Bilder schicken auf denen ich dich glücklich durch das hohe Gras rollen sehe.

Damit ich weiß, dass es dir gut geht und der fiese, tiefe Schmerz in meinem Herzen ein Ende hat!

Ich liebe dich- auf immer und ewig! Und ich vermisse dein weiches Kuschelfell und dein freudiges Fiepen wenn ich nach 5 Minuten Abwesenheit nachhause komme und du dich freust wie ein kleiner großer Schneekönig!

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