Eine tierische Horrorerfahrung im Wohnwagen

Es gibt eine Apotheke, deren Produkte ich richtig toll finde und die ich nicht einfach so hergeben würde. Bis zu dieser einen Nacht!

Die Bahnhof Apotheke im Kempten (Zur Bahnhofsapotheke,  unbezahlte Werbung) verfeinert mein minimalistisches Repertoire an Pflegeprodukten bereits seit vielen Jahren.

Der Beginn dieser Liebe liegt im Jahre 2009, als ich mit meinem ältesten Sohn schwanger war.

Ob Windelbalsam, eine fetthaltige Ringelblumensalbe oder das must- have Engelwurzbalsam für verschnupfte Näschen, die Produkte dürfen im Bad und Medizinschrank nicht fehlen.

Dicke Empfehlung für dein Kind und die gesamte Familie!

Wie soll ich sagen, am letzten Mittwoch musste ich mit Entsetzen feststellen, dass meine Neroli Gesichtscreme noch jemand anderem zugesagt hatte.

Jemand tierischem!

Als Peter aus dem kleinen Bad in unserem Wohnwagen heraus kam, zeigte er mir die komplett zerbissene und aufgeschleckte Creme.

Ob die Sachen natürlich sind? Ich denke, das hat das unbekannte Tier bewiesen!

Wir hatten uns dabei nichts weiter gedacht. Die Creme wanderte in den Müll und wir verlebten den Tag, als wäre nichts gewesen, denn ein Tier erkannten wir nirgendwo im Bad.

Die Nacht brach an.

Wie immer zirpten die Grillen was das Zeug hielt und Eidechsen verabschiedeten sich von uns mit ihrem Tanz auf dem Wohnwagendach.

Ich legte mich schlafen, schließlich war der Tag erfüllend und anstrengend zugleich, denn wir führten die ersten Interviews für unser Frei als Familie Online Festival (Zur Anmeldung für 0€ hier entlang)!

2:30 Uhr, meine obligatorische Pinkelpause stand an.

Ich betrat das Badezimmer und stellte verschlafen und verwundert einen weißen Fleck auf der Klobrille fest.

Um ehrlich zu sein, war mein Hirn noch nicht ansatzweise auf Tag eingestellt, sodass ich mit einem feuchten Klopapier und Badreiniger die Kacke entfernte, pieseln ging und mich danach zufrieden in mein Bettchen kuschelte.

4:30, in der selben Nacht: „Katha, wach auf! Wir haben ein Tier im Wohnwagen!“

Ok, keine drei Sekunden hat es gedauert, bis ich kerzengrade und hellwach in meinem Bett saß und im selben Moment betete, dass ich mich in einem Albtraum befand.

„WAS? Was für ein Tier?“ brach es aus mir heraus.

„Ne Maus oder sowas. Jedenfalls ziemlich groß. Die ist über unsere Köpfe gelaufen. Hast du denn nicht gehört, wie laut es war?“

„Bah, ne Maus? Wie ekelhaft! Ne, hab ich nicht. (Fürs Protokoll: Meine Tiefschlafphase beginnt offensichtlich abseits der Regel, nämlich gegen 4 Uhr)

Mein angewiderter Instinkt katapultierte meinen Körper binnen weniger Sekunden ans andere Ende des Fridolin, wo ich im selben Atemzug die Zwischentüre zu schlug und mir ein Walkietalkie wünschte.

Ich frage mich, welch Energie man aussenden kann, wenn man derart voller Ekel ist wie ich, denn meine drei Kinder wachten keine fünf Minuten später ebenfalls auf.

In der Zwischenzeit hatte Peter das Vieh lokalisieren können: Es klemmte zwischen Hängeschrank und Fenster, direkt über unserem Bett!

Pfui Teufel, Miss Universe, was soll der Scheiß? fluchte ich ins Universum!

Doch Miss Universe schien sich aus ihrem Tiefschlaf nicht wecken zu lassen.

Ich hingegen war so wach wie nach einem 18 Stunden Schlaf und mein Gehirn sprach in Dauerschleife das folgende Mantra:

Es gibt immer eine Lösung! Es gibt immer eine Lösung! Es gibt immer eine Lösung!…

„Katha! Was machen wir jetzt?“

„Hell, keine Ahnung! Weck mal unseren Nachbarn.

Vielleicht hat der das schon mal erlebt. Oder wir schließen uns hier hinten ein und warten darauf, dass das Vieh von alleine den Ausgang findet!“

„Ich weiß halt nicht, ob es beißt, wenn ich es anfasse. Vielleicht kann ich eine Falle bauen!? Oder ich kicke es aus dem Fenster!“

Meine Nerven!

Ein langer Stock galt als Teststab, um die Reaktion des Tieres abschätzen zu können.

Doch das Antippen bewirkte nichts! Es saß weiterhin zusammengezogen in der Ritze und schaute mit weit aufgerissenen und ängstlichen Augen direkt in Peters Gesicht.

Also hopp, Jarek zur Werkstatt zum Handschuhe holen, Peter das Ding in die Hand und raus damit.

Ganz so schnell lief diese Aktion dann jedoch nicht ab.

Peter bekam das Tier kinderleicht zu fassen.

Doch statt es, Himmel Herrgott nochmal, einfach raus zu werfen, nahm er sich gemeinsam mit unserem Ältesten die Zeit, es zu inspizieren.

Dass ich dieser Aktion weniger entspannt Zeit geben wollte, dürfte bereits klar geworden sein. Das arme Tier… allein das dachte ich. NICHT!

Mein einziges Ziel war das Verdammen dieser Riesenratte aus meinem Zuhause!

Nun ja, das Ende vom Lied ist fix zusammenfassbar:

Es handelte sich um einen Eindringling, der wohl bei seinen nächtlichen Aktionen durch unser Dachfenster im Bad gefallen war.

„Hach, Gratis Futter!“, dachte es sich wohl, als es genüsslich unsere Pflegeprdoukte schmauste und dabei ordentlich seinen Klogang feierte- in meine Hängetaschen.

Am Ende stellte sich heraus: Wir hatten einen Siebenschläfer zu Besuch.

Hach, wie süß!

Oh, der ist ja niedlich. Ist das ein Siebenschläfer?

Die sind streng geschützt!

Diese großen Augen, herrlich!

So die Reaktionen unserer Familie. What? Ihr findet das SÜSS???

Ok, ich oute mich offiziell als Kleinviehfeind! Nennt mich Kleintierhasser, es geht mir am Hintern vorbei!

Aber hey, schön, dass meine Kinder nun wieder eine lehrreiche Stunde Biologie live und in Farbe hatten!

Auf das Leben ohne Schule! Auf das Leben mit der Natur! Hurra!

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