Scheiß die Wand an- über den Umgang mit Schimpfwörtern

Scheiß die Wand an! Über Schimpfwörter…

Ok, dies hier wird sicherlich kein einfacher Blogbeitrag- weder für mich, noch für dich.

Lange Zeit habe ich darüber nachgedacht, ob und wie ich zu diesem Thema schreiben kann.

Wo die Grenze des Ertragbaren mit dem Unaushaltbaren verschwimmt!?

Das Thema spaltet! Es spaltet gewaltig!Schimpfwörter und deren Umgang

Die einen hassen es, die nächsten möchten nicht darüber sprechen und wiederum Andere sehen es gelassen.

Manche Freunde verbieten sie sich selbst und ihren Kindern, andere wiederum benutzen sie nur wenn die Kinder außer Reichweite sind und Menschen wie ich, tja, die benutzen sie wie ihnen der Schnabel gewachsen ist:

Schimpfwörter!

Und um das hier direkt zu differenzieren: Ich spreche keinesfalls von Beleidigungen gegenüber anderen Menschen oder asozialem Dahergeschwatze ohne Grips in der Birne.

Lass uns zum Punkt kommen!

Ich lade dich offiziell zu einer kleinen Übung ein und ich fände es mega, wenn du dich darauf einlassen würdest und einfach wahrnimmst, welche Gefühle sich zeigen:

Affentittengeil eyh!
Ich bin dermaßen angepisst!
Ich hab die Schnauze sowas von gestrichen voll!
Fuck!
Scheiße!
Wie geil ist das denn?
Hahaha, ich piss mir gleich ein vor lachen!
Das ist zum reihern!
Alter Falter!
Ich hab keinen Bock mehr auf diese verdammte Scheiße hier!
Fuck off!
Das kotzt mich an!
Geile Scheiße!

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass dieser Artikel schwierig für mich wird…

 

Aber, ich könnte mir meinen Blog auch sparen, würde ich versuchen, ein anderer Mensch zu sein!

All diese Sätze sind hier und da bereits meinem Mund entfleucht wie ein unbemerkter Rülpser.

Einige von ihnen benutze ich regelmäßig. In Anwesenheit meiner Kinder. Im Kontakt mit Kunden. Während des 95. Geburtstages von Uroma Bertha.

Fuck, Scheiße, Beschissen, Beknackt, Bescheuert- all diese Schimpfwörter gehören zu meiner Ausdrucksweise

Vor einigen Jahren jedoch, als mein ältestes Kind noch klein war, da habe ich an dieser unkonventionellen Erziehungsmethode stark gezweifelt. Ich war mir sicher, dass meine Schimpfwörter einen schlechten Einfluss auf meine Kinder haben werden und mein Ziel war es, in ihrer Anwesenheit scheiße durch doof zu ersetzen, fuck durch Mist und Das kotzt mich tierisch an durch Das ärgert mich jetzt aber.

Was soll ich sagen? Meine selbst auferlegte Erziehungskur ist kläglich gescheitert!

Ich konnte und wollte es einfach nicht! Ich wollte fluchen, und zwar so richtig!

umgang-mit-schimpfwoertern-gefuehle-ausdruecken-300x200Fuck, Scheiße, Beschissen, Beknackt, Bescheuert- all das gehört zu meiner Ausdrucksweise wie die Marmelade in den Kühlschrank.

Nun sind Jahre vergangen und mein Sohn feierte dieses Jahr seinen 12. Geburtstag.

Zeit für ein Fazit:

Er kann normal sprechen. Er drückt sich ans Umfeld angepasst aus (wie ich übrigens auch).

Er ist in der Lage, korrekte hochdeutsche Sätze zu formulieren, die kein einziges Schimpfwort enthalten.

Man kann mit ihm auf die Straße gehen ohne Blamage. Schulnote für anständiges Sprechen: 1- (Minus weil: Schimpfwörter kann er genauso gut wie ich!)

Und wie geht’s dir, wenn du das liest?

Unterdrückst du dich manchmal weil du glaubst, du würdest asozial oder dumm wirken wenn du sagst, was dir wirklich durch den Kopf schießt?

Sind da all die beknackten (ha, da haben wir wieder eins) Konditionierungen der Familie? Dies darf man nicht, das darf man nicht, lass das!?

Ich möchte dir Mut machen auszusprechen, was du wirklich fühlst! Empathisch und weise gewählt natürlich!

Und somit endet dieser Text mit einem verdammt beschissen formulierten Satz:

Fuck off Erziehungsratgeber und Prost auf die Authentizität! 🥂

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6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hihi dieser Beitrag spricht mir aus der Seele… ich fluche auch extrem gerne und besonders schlimm wenn ich zum Beispiel wieder mit dem Knöchel gegen die offene Klappe der Spülmaschine gerannt bin oder so…
    Einmal wurde einer meiner Jungs in der Schule gefragt was denn das Lieblings Schimpfwort von Mama sei…..joa da wurde es dezent peinlich 😂
    Aber hier ist es wie bei euch, meine Jungs können toll fluchen aber auch darauf verzichten wenn es die Situation erfordert. Sie sind 8.

    Antworten
    • Hallo liebe Marion,

      vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar.
      Ich fühle mich direkt verbunden mit dir 😂
      Willkommen im club der authentischen Mamas ✌️

      Antworten
  • gertrud carey
    11. Januar 2022 13:04

    What the fuck, holy shit, stupid idiot (sag ich nur wenns der den es angeht nicht hört), kiss my ass (mein Mann kann das auf irish, dann tönt es fast wie eine Liebeserklärung)

    Siehst du liebe Katharina, du bist nicht die einzige die fluchen kann, nur scheint es dir ganz selbstverständlich über die Lippen zu rollen, im Gegensatz zu mir. Ich wurde brav und anständig erzogen, leider habe ich es verpasst daran ezwas zu ändern.

    In Irland, und da sind wir oft, ist das F… Wort im alltäglichen Sprachgebrauch bestens integriert. Und wenn die Iren dieses Wort sagen, finde ich manchmal sogar richtig sexy..

    Have a really lovely day Katharina, regards gertrud

    Antworten
  • Was das Fluchen angeht und die Benutzung von Schimpfwörter, so bist Du wahrscheinlich erblich belastet 😉
    Opa, Oma und auch ich, neigen bzw. neigten dazu uns „Luft“ zu machen.
    Es befreit wenn man sich mal richtig „gehen lässt“
    „Leck mich doch am Arsch“ ist einer meiner Lieblingssätze und beim Autofahren ist es geradezu befreiend, wenn man „Luft“ ablässt.
    Das ist bei uns in der Grenzregion auch unbedingt notwendig, da hier viele europäische Nachbarn mit gelben Nummernschild fahren 😉
    (gelbes Nummernschild= Katastrophe!)
    Nein ernsthaft! Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen und wenn es sein muss, dann kann ich mich auch gewählt ausdrücken!

    Antworten
    • Eben 🙈 Gewähltes ausdrucken ist mir auch nicht fremd.
      Und JAAAAAAAA, es liegt in der Familie 🤦🏼‍♂️😬😂
      Und es tut verdammt gut, freu Schnauze zu reden 😅

      Antworten

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