Stress, Sorgen und andere Probleme

Ich frage mich ernsthaft, was das Leben ist!?

Geiseln wir uns tagein, tagaus selbst, um… ja, um was eigentlich?

Um den Kredit abzuzahlen, um uns fleißig und wertvoll zu fühlen, um im Takt der Gesellschaft zu schwingen, die oft viel zu laut und viel zu schnell für unseren biologischen Rhythmus ist?

Für was ackern wir, stressen uns den Arsch ab, klatschen unsere Kalender voll mit Terminen, weil wir fest davon überzeugt sind, sie seien lebensnotwendig?

Aber sind sie das wirklich? Ist es so wichtig, den ganzen Tag lang in Dauerschleife beschäftigt zu sein, kaum Zeit für tägliche, entspannende Rituale zu haben und unseren Kindern vorzuleben, dass Stress das Normalste der Welt ist?

Wäre es nicht viel gesünder und ein wesentlich besserer Weg, für unsere Gesundheit und als Vorbild für unsere Kinder, einfach mal Nichts zutun?

Rumsitzen, Kaffeetrinken, durch die Gegend schauen, den Bienen beim Summen zuhören oder den, vom Spaziergang ausgekühlten Körper, vor dem flackernden Kamin auwärmen?

Ein Tagebuch schreiben, vor dem Aufstehen Wünsche manifestieren, genügend Wasser trinken, das Leben geschehen lassen.

Kontrolle abgeben und To Dos im Kopf aufgeben!

Doch warum haben wir uns ein Gefängnis aus Pflichten errichtet?

Sind unsere Eltern „schuld“? Die Schule? Frau Müller von nebenan, die uns schon damals als „faule Plagen“ beschimpfte?

Woher kommt diese grässliche Art zu leben, die gefundenes Fressen für Volkskrankheiten und psychische Verstimmungen sind?

Ich stelle mir vor, aufzustehen, wenn der innere Wecker klingelt. Hatte ich übrigens heute. Peter war bereits lange wach, ich lag ohne Uhr im Bett. Nun gut, es ist ja auch Samstag, da kann man das schon mal machen, oder?

Jedenfalls lag ich auf meinem gemütlichen Kopfkissen unter meiner warmen Decke und döste eine Runde vor mich hin, als ich plötzlich, wie aus dem Nichts, einen derart heftigen Druck verspürte aufzustehen, beinah so, als stünde jemand mit einer Peitsche neben meinem Bett.

Hilfe, was geht jetzt ab? dachte ich mir und kämpfte innerlich mit der absolut unrealen Aufforderung, meinen Allerwertesten aus dem Bett zu schwingen.

Dann gelang mir das Beobachten.

Ich hatte Sorge. Sorge, dass ich etwas verpassen könnte, Sorge, dass ich Peter mit den Kindern alleine ließ und er dann sauer sein könnte (absolut unrealistisch!), Sorge, dass es bereits Mittag war und wir wegen mir nicht rechtzeitig zum Ausflug gehen können, Sorge, Sorge, Sorge…

Nach einigen Minuten gab ich nach. Ich steckte meinen Kopf noch einmal tief ins Kopfkissen, kuschelte meinen Leib in die Bettdecke und ließ sie einen kurzen Augenblick später in hohem Bogen Richtung meiner Füße streifen.

Hingestellt, aufgerappelt, Kopf nach oben, Tag beginnt!

Die Dusche tat gut, doch die Uhrzeit war mit nach wie vor unbekannt, sodass ich sie nicht ansatzweise ausgiebig genießen konnte.

Schließlich schleppte ich meinen Hintern ins Büro. Der Blick auf die Uhr schockte mich für einen kurzen Moment:

9:30 Uhr!

Tsss, machte ich und Peter fragte, was das zu bedeuten hätte.

Ich dachte, es sei schon nach Mittag!

So sehr hatte ich mich also getäuscht und meinem Körper Stress ausgesetzt.

Ein toller Start in den Tag, prima!

Eine kleine Situation aus einem immer wiederkehrenden Alltag, der uns Menschen täglich an unsere Ressourcen erinnert.

Vielleicht sollten wir uns regelmäßig, ja stündlich fragen, ob das, was wir gerade tun, der richtige Weg ist.

Ist es gut für meinen Körper, heilsam für meine Seele und nährend für meinen Geist?

Dann ist es gewiss das Richtige!

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