Wie geil ist Geld!?

Beschwingt laufe ich über den verdreckten Bürgersteig Leipzigs und schwinge meinen roten Jutebeutel von vorne nach hinten und wieder zurück.

Das Lied „Chosen“ von „Maneskin“ schenkt mir den passenden Rhythmus für den kleinen Ausflug in die Apotheke und zum Bioladen, den ich mir heute ganz alleine gönne.

Menschen sitzen im Mief der Großstadt und paffen ihre selbstgedrehten Zigaretten. Sie scheinen die letzten Strahlen der Sonne an diesem Spätsommerabend zu genießen.

„Puh, hier stinkt´s nach Hundekacke“ denke ich plötzlich, als ich beinah in dem fetten braunen Haufen lande.

„Was soll´s“, deute ich das anhaltende Bauchkribbeln und meinen tanzenden Gang, der mich federleicht über die Pflastersteine gleiten lässt.

Heute ist alles egal!

Heute ist so ein Tag, an dem die kunterbunten Schmetterlinge der Freude nicht mit ihrem Tanz um meine Person enden wollen.

Wenn mich heute jemand fragt warum ich so grinse, dann lautet meine Antwort: „Ich bin ziemlich frisch verliebt!“

Vermutlich würden all die Menschen aus meinem Bekanntenkreis die Stirn runzeln und mich fragenden Blickes anschauen.

Und obwohl ich behaupte, dass sich das Gefühl von frisch verliebt durchaus 14 Jahre nach dem Zusammenkommen mit Peter immer wieder blicken lässt, ist er heute nicht der Grund für meine Aussage.

Mein Daumen führt im selben Moment die richtige Bewegung aus, als er die Musik noch ein wenig lauter dreht. Ich muss mich zügeln, nicht mit tanzen zu beginnen.

Doch neben meiner Hüfte, der offenbar nach Drehen zumute ist, kreisen auch meine Gedanken rund um dieses eine Thema!

Seitdem wir gestern das Interview für unser Festival mit Heidi Marie Wellmann geführt haben, fühle ich mich getriggert. Positiv. So ganz tief in mir drin!

Diese Präsenz, dieses Selbstverständnis von sich als Geschenk für die Welt, dieser tiefe Glaube an den Erfolg- Wow!

Da können sich einige Spiris mit ihren Glaubenssätzen über Geld echt ne Scheibe abschneiden!

Und dann fielen diese Sätze, die meinen Körper schlagartig zum zittern brachten.

Sie saßen so tief, dass mir postwendend schlecht wurde. Ich war kurz davor, das Interview abzubrechen.

In meinem System brach etwas hervor, was sich wie das schlimmste Elend und die Befreiung zugleich anfühlte.

Der Kampf zwischen Gut und Böse, das Wasser, welches das Feuer zu ersticken versucht, der Tiger, der dir tief in deine Augen schaut bevor er dich mit einem Haps zu fressen droht.

All die Erfahrungen über Mobbing in meiner Schulzeit suchten sich ihren Weg nach oben.

Da waren sie wieder, diese beschissenen Sätze meiner Mitschüler:

„Ihr reichen Wessi´s mit eurem dicken Mercedes!“

„Hauptsache ihr wohnt in einer fetten Villa, ihr Opfer!“

„Geh doch zu Papi heulen, der gibt dir bestimmt ein bisschen Geld als Trost!“

Bah! Ekelhaft! Wie widerlich das damals war! Wie abscheulich ich mich gefühlt habe als ein Mensch aus dem ehemaligen Westen in eine Großstadt gekommen zu sein, in der es sehr viel mehr Armut gab als in meiner Heimat.

Ja, ich dachte es ist wahr: Geld macht alles kaputt!

Und wer Geld hat, wird ausgeschlossen!

Wenn ich zu viel Geld habe, haben andere zu wenig und das ist meine ganz eigene Schuld!

Ein tiefer Atemzug rettet mich in der Situation mit Heidi. Tief in den Bauch statt in die Brust hinein, damit niemand hinter dem Bildschirm etwas davon mitbekommt.

Und jetzt sitze ich hier, einen Tag später und das Interview mit Heidi ist noch lange nicht ausgestrahlt.

Vielleicht wäre es jetzt ein kluger Schachzug, diesen Text nicht zu veröffentlichen, ihn in meinem Herzen zu tragen wie manch anderer, der in meinem Ordner auf seinen Auftritt wartet.

Aber nein verdammt!

Ich will ein authentisches Festival. Ich hab keinen Bock darauf, mich klassischen Marketingstrategien zu unterwerfen!

Wenn du mich bereits länger kennst so weißt du um die Wichtigkeit der Authentizität in meinem Leben. Ich gebe nicht (mehr) viel darauf, was andere von mir denken und das macht mich ganz tief drinnen frei!

Wenn mir im Interview danach ist zu lachen, dann werde ich nen Teufel tun, dies zu unterdrücken, denn:

Wer zur Hölle glaubt, dass wir auf dieser Erde sind um uns selbst zu unterdrücken?

Ich nicht! Nein, ganz und gar nicht!

Ich glaube fest daran, dass jede geweinte Träne ihre Berechtigung hat, jeder Lachanfall eine positive Wirkung auf das Umfeld und tief empfundene Dankbarkeit das allerschönste auf der Welt ist!

Und so sitze ich hier, auf dem braunen Ledersofa, haue meine Finger so schnell ich kann in die Tasten des Laptops und genieße die Freudentränen dieses Abends, die mir um so deutlicher zeigen:

Ich bin auf dem richtigen Weg! Dieses Online Festival ist es wert geboren zu werden!

Das Frei als Familie Festival wird Leben verändern. Ich weiß es einfach!

Danke, dass ich mich bei meiner 18- jährigen Mutter ins Leben schmuggeln konnte.

Danke, dass mich all die harten Herausforderungen haben unendlich wachsen lassen.

Danke an meine Kinder, die mich bei zu viel Arbeit „in die Schranken weisen“ und an meinen Mann, der meine Schreibe schätzt, in meine Intuition vertraut und stets an meiner Seite steht.

Und DANKE AN MICH!

Dafür, dass ich ein Steh- auf Männchen bin, jederzeit bereit für das nächste Abenteuer und stets bemüht, mich weiterzuentwickeln (Wobei ich mich über fehlende Möglichkeiten nun wirklich nicht beschweren kann).

Danke an mich dafür, dass ich weiß, was Verzeihen im Kern bedeutet.

Danke für meine Kreativität, das ausprobieren und verändern wenn mir ein Furz quer sitzt.

Danke dafür, dass ich begriffen habe wie wichtig es ist, mit allem was ich habe rauszugehen und Menschen eine Inspiration zu sein.

Und last but not least:

Danke Universum, dass du mich mit einem heftigen Arschtritt so sehr aus meiner Komfortzone in dieses wunder-volle Projekt Frei als Familie geschmissen hast, für das ich vergesse, was der Begriff Arbeit eigentlich bedeuten soll!

Und wenn auch du dich gerufen fühlst, so trage dich noch heute kostenfrei zum Festival vom 17.-26.9.22 ein.

Ich jedenfalls würde mich mega über dich freuen!

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