Wir sind mit dem Wohnwagen in Italien angekommen!

Es muss einfach raus!

Mein Herz explodiert sonst!

Ich könnte nicht glücklicher sein als in jenem Augenblick, der sich JETZT nennt!

Die Affenhitze hier in Kalabrien wärmt mein Herz und das ist kein Scherz.

1700km in zwei Tagen mit einem langen Gespann und drei Kindern im Schlepptau haben mir die letzte Energie für gestern geraubt, als wir ankamen.

Neben zwei Nervenzusammenbrüchen unseres Kindes, Raststätten die nach Pisse gestunken haben, lauten LKW, die uns ein permanentes Brummen „schenkten“ und einem Navi, welches gefühlt nie verstand, wie langatmig seine Zeitanzeige für uns war, sind wir endlich hier und könnten nicht beschenkter sein als in diesem Augenblick!

Blick, ist sowieso das Stichwort!

Ich sitze im türkisfarbenen Stuhl mit Lehne, tippe meine Gedanken in den Laptop und während ich mich von Mutter Natur inspirieren lasse, schweift mein Blick über die Hügellandschaft des Südens.

Üppige Bäume erstrahlen in ihrer grünen Kraft, ein buntes Dorf ziert den nächsten Berg und das einsam stehende Haus mitten auf der Kuppe lässt mich bereits seit gestern Abend nicht mehr los.

Wohnt dort jemand? Und wie zur Hölle kommt man dort hoch?

Hochkommen… das war die Erfahrung des Tages am gestrigen Nachmittag.

Ich denke, ich habe verdrängt, wie bergig Italien ist, doch der 23.06. hat mich definitiv in die Realität zurück katapultiert.

Knapp 13m Länge, 4 Tonnen Gewicht und eine Beladung von 5 Menschen durfte unser Jonny gestern die Berge hochziehen.

Hätte mir jemand gesagt, wie steil der Weg zu unserem Platz sein würde, ich hätte es mir doppelt und dreifach überlegt.

Am Steuer des Zugfahrzeug sitzend trieb ich die Tonnen an Gewicht mit durchgedrücktem Gaspedal den Berg hoch und betete gleichzeitig zum Universum: Bitte bitte, kein Gegenverkehr!!!

Der Motor heulte auf, Jonny gab alles, Schweißperlen bildeten ein Mosaik auf meiner Stirn und doch, wir hatten es geschafft!

Der schweißtreibenste Augenblick sollte jedoch noch kommen: Mit Auto und Anhänger am Hang anfahren und um die Ecke in das schmale Tor hinein.

Wohnwagenziehen für Fortgeschrittene!

Hat geklappt und wurde durch das Fahren eines sehr steilen Abhangs getoppt.

Aber was solls, nun stehen wir hier und genießen die Zeit.

Und auch wenn ich mir hin und wieder weniger Arbeit wünsche, so bin ich doch sehr dankbar für das, was wir uns dadurch alles ermöglichen können.

In den letzten Tagen der Reise, denn so eine lange Fahrt ist quasi dafür prädestiniert nachzudenken, schweiften meine Gedanken immer wieder zu dem Moment zurück in dem alles begann- dem Anschmeißen unseres Wohnmobils Karl- Heinz im November 2016!

Natürlich hatten wir viel Vorlaufzeit in Form von Organisation und Gedanken an die Zukunft und doch, dieser Moment als der schwere Dieselmotor unseres Wohnmobils erklang und wir sanft zu steuern begannen, ist der erste richtige Schritt in die Freiheit gewesen!

Und dass wir damals so unfassbar mutig waren, das macht mich stolz!

Auch wenn ich niemandem heute empfehlen würde, ohne Rücklagen und Einkommensquelle so einen Lebenstraum zu beginnen, so kann ich dennoch aus dem Herzen gesprochen sagen:

Tu es, egal wie!

Denn am Ende des Lebens, und das haben Studien längst bewiesen, bereust du nicht die „Fehltritte“, sondern einzig und allein das, was du nicht getan hast!

Welche Träume hast du noch in deinem Leben? Schreib´s mir in die Kommentare. Ich freue mich drauf.

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Brucoli ist Vergangenheit. Nachdem ich den letzten Reisebericht geschrieben habe, sind wir zwei Tage später sehr kurzfristig aufgebrochen. Anton hatte den Wunsch nach Baden in der Terme schon öfter geäußert und die Sonne verließ uns einen Tag später eh, sodass wir uns von dem kleinen Fischerdörfchen verabschiedeten und nach Messina zur Fähre fuhren. Dort angekommen ging es eine halbe Stunde lang übers Wasser, immer mit Blick auf das Festland. Die Überfahrt war sehr ruhig und angenehm, die Jungs freuten sich über die riesigen Bildschirme, auf denen Tom&Jerry in Endlosschleife lief und ich spürte, dass wir in die richtige Richtung fuhren.…

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